Automobilindustrie

Globale Herausforderungen für die Industrie

Sektoren

Automobilhersteller

Seit dem Krisenjahr 2008 und den hier gesehenen Preisausschlägen nach oben und unten, rückt das Thema Rohstoff-Risikomanagement in der Automobilindustrie in den Fokus der zentralen Unternehmensführung. Dabei sind umfassende, globale und marktübergreifende Lösungen angesagt.

Automobilzulieferer

MERIT unterstützt die Unternehmensbereiche Einkauf/Beschaffung, Treasury/Finanzierung sowie die Unternehmensleitung bei der aktiven, nachhaltigen und ertragsorientierten Steuerung von Rohstoff- und Finanzrisiken. Hauptmärkte sind übergreifend Metalle, Legierungen, Stahl und Schrott, globales Energiemanagement, Reifen und Kunststoffe sowie Seltene Erden und Sondermaterialien.

Branchencharakteristik

Die Automobilbranche ist im Hinblick auf Rohstoff-Management vor allem durch ihre eingeschränkten Preiselastizitäten – Preissteigerungen in der Beschaffung bzw. bei Rohstoffpreisen können nicht direkt oder nur sehr verzögert an Kunden weitergegeben werden – gekennzeichnet. Das bedeutet, dass der Ertrag je Fahrzeug im Verlauf einer Serien-Bauzeit sehr stark von den erzielbaren Produktivitätssteigerungen und in noch höherem Maße von der Entwicklung der eingesetzten Rohstoffe abhängig ist.

Dabei handelt es sich einerseits um direkt eingekaufte metallurgische, petrochemische und Sonderrohstoffe, die in Fahrzeugen verbaut werden. Andererseits aber auch um den Produktionsbetrieb als Ganzes, sowie dessen Energiebedarfe, Hilfsstoffe, Kraftstoffmengen, Logistikkosten und die Zusammenführung des globalen Rohstoffbedarfs.

Automobil Zeitstrahl small

Risikokomplexe

Aufgrund der Knappheit an Rohstoffen weltweit ist es für den Automobilbau essentiell, den Materialnachschub für den Produktionsprozess zu sichern.

Risikokomplex Buntmetalle

Aluminium, Kupfer, Zink, Blei und Nickel sind im modernen Automobil-, Karosserie- und Motorenbau zentrale Materialien, die allesamt in der mittelfristigen Vergangenheit hohen Preisschwankungen ausgesetzt waren. Der Trend geht dahin, diese Risikofaktoren zentral zu steuern und dementsprechende Vertragsumstellungen bei Vorlieferanten vorzunehmen.

Edelmetalle

Platin, Rhodium, Palladium und Gold sind insbesondere bei neuen Antriebstechnologien und in der Umwelttechnik von zentraler Bedeutung. Auch hier ist ein zentrales Risikomanagement anzustreben. Wertmäßig kann es ebenso hier zu starken unvorhersehbaren Preisausbrüchen kommen.

Stahl und Stahlqualitäten

Edelstahl, hochfeste Stähle und Speziallegierungen haben einen sehr hohen gewichtsmäßigen Anteil im Fahrzeugbau. Obwohl seit einigen Jahren ein eigener Stahlkontrakt an der LME verfügbar ist, fällt die direkte Absicherung an der Börse aufgrund fehlender Liquidität und vor allem wegen der starken Qualitätsunterschiede bei Stahl sehr schwer. Basket- und Overlaymanagement Lösungen sind hier gefragt, um sich zumindest strategisch vor Preisausschlägen zu schützen.

Legierungen

Legierungen sind wie Stahlqualitäten ebenfalls nicht direkt über standardisierte und transparente Börsekontrakte zu hedgen. Angebotene Bankprodukte sind meist sehr teuer und kaum nachvollziehbar. Auch hier bieten sich Overlaymanagement Lösungen zur Risikoabdeckung an.

Treibstoffe

Ob Erstbefüllung, Flottenbedarf oder Prüfstandversorgung – Treibstoffe bzw. Erdölprodukte machen einen sehr großen Anteil an den Produktionskosten bzw. Overhead-Kosten aus. Treibstoff- und Produktemanagement erfordern hier jedoch Rücksichtnahme auf die regionale/lokale Versorgungslage, was dies zu einem hochkomplexen Thema macht.

Energiekomplex

Weltweit müssen Werke mit Energie (Strom, Gas, Öl) versorgt werden. Die Einkaufsmärkte sind oftmals lokal geprägt. Eine Vereinigung zu einem globalen Energiemanagement ist von strategischer Bedeutung und bringt deutliche Standort- sowie Wettbewerbsvorteile.

Synthetische Produktqualitäten

Petrochemische Stoffe, Füllstoffe oder synthetischer Rubber sind Spezialrohstoffe, die ebenfalls in einen zentralen Rohstoffmanagment-Ansatz zu integrieren sind. Eine Baukastenzerlegung z.B. in diverse Monomere bringt eine modulare Lösung zur Absicherung der damit verbundenen Risiken.

Seltene Erden und Neue Stoffe

Das Absicherungsthema Seltene Erden steht seit dem Preisschock Mitte 2011 ganz oben auf der Agenda in Rohstoffeinkauf, Produktplanung und strategischer Unternehmensführung. Vorwärtsintegration, Produktionsverlagerung und verdeckte Vorratseindeckung können hier Sicherheit geben.

Aktuelle Themen

Was sind die Themen, mit denen sich Branchenführer aktuell beschäftigen? Welche "state-of-the-art"-Lösungen werden angewendet? Was ist in Sachen Risiko-, Preis- und Liquiditätsmanagement zu erreichen?

Globale Rohstoffstrategie

Aufgrund der Knappheit an Rohstoffen weltweit, ist es für den Automobilbau essentiell, den Materialnachschub für den Produktionsprozess zu sichern. Insbesondere bei neuen Materialien wie Seltenen Erden stößt man hier allerdings infolge globaler Handelsschranken an Grenzen, die im Extremfall zu Produktionsstillständen oder erheblichen Verteuerungen führen können. Langfristige Lieferverträge, die Sicherung physischer Lager, aber auch offene oder verdeckte Beteiligungen in der Vorlieferantenkette stehen hier an der Tagesordnung.

Vertragsstandardisierung und Indexing

Viele Werkstoffe in der Automobilindustrie lassen sich nicht direkt auf einzelne Rohstoffe zurückführen. Vielmehr beherrschen Legierungen (Metalle, Stahl), synthetische Produkte (Reifen, Plastik) oder zusammengesetzte Teile (Materialmix) den Alltag im Einkauf. Eine Trennung der Wertschöpfungs- und Rohstoffkomponente wird hier zwar angestrebt, oftmals allerdings schwer durchsetzbar sein. Eine Dritte Partei als Anbieter transparenter, nachvollziehbarer, physisch basierter Rohstoffindizes als Ausgleich ist gefragt.

Statisches vs. aktives Risiko- und Preismanagement

Statisches Risikomanagement in Form von regelmäßig tagenden Rohstoffausschüssen, die nach vordefinierten Plänen vorgehen, birgt das Problem in sich, dass oftmals nicht zeitnah auf Marktsituationen bzw. zu unflexiblel reagiert werden kann. Dynamische Absicherungsansätze, die sowohl strategische, taktische Überlegungen miteinbeziehen, die operative Orderplatzierung optimieren sowie zyklusbedingte Parameter berücksichtigen, bringen hier deutliche Kostenvorteile. Die Verknüpfung bedarfsbegründeter Anforderungen mit einer Risikostrategie erhöht die Komplexität zusätzlich.

Multiples Marktrisiko

Statisches Risikomanagement in Form von regelmäßig tagenden Rohstoffausschüssen nach vordefinierten Plänen birgt das Problem in sich, dass oftmals nicht zeitnah und teilweise unflexibel auf Marktsituationen reagiert werden kann. Vielmehr soll eine übergreifende Zusammenführung aller Rohstoff- und Risikokomplexe aus den Funktionsbereichen Produktion, Beschaffung und Finanzierung im Rahmen eines dynamischen Absicherungsansatzes gewährleistet sein. Diese Herangehensweise, die sowohl strategische als auch taktische Überlegungen mit einbezieht, wie auch die operative Orderplatzierung optimiert und zyklusbedingte Parameter berücksichtigt, bringt deutliche Kostenvorteile. Sensitivitätsanalysen geben Aufschluss darüber wie das Gesamtergebnis von den einzelnen Märkten/Risikokomplexen abhängig ist. Auf Basis von aktivem Rohstoff- und Preismanagement kommt es zur Nutzung von Synergien und zur Erhöhung der Gesamtprofitabilität. Außerdem bringt die Trennung von Beschaffung/Versorgung von der Unternehmensrisikosteuerung und die Installation eines sektoralen Frühwarnsystems die nötige Sicherheit, die den österreichischen automobilzuliefernden Sektor vor Krisenszenarien wie im Jahr 2008 bewahren kann.
 

MERIT-Leistungen

Risikoprofil und Risikoanalyse

Schwerpunktbezogen für einzelne Rohstoffkomplexe oder konzernübergreifend

Rohstoffstrategie für Autobauer

Ausarbeitung von Strategieansätzen im Bereich Rohstoffe für die Unternehmensleitung

MERIT-Contracting KFZ-Branche

Zerlegung der Rohstoffkomponenten, Indexentwicklung und Vertragsstandardisierung

MERIT-Overlaymanagement

Entwicklung von Absicherungsbaskets für Legierungen und nicht börsegehandelte Stoffe

MERIT-Exposuremanagement

Risiko- und/oder Ertragsorientierte Steuerung von Rohstoffexposures

MERIT-Signaling

Quantitative Systeme zur Optimierung des Rohstoffeinkaufs und zur Risikosteuerung

MERIT-Energiemanagement

Übergreifende Lösungen für den globalen Energiebedarf von Autobauern

MERIT-Risikomanagementorganisation

Risikomanagement-Handbuch und Richtlinien Risikopouvoirs, Warngrenzen, Prozesse, Reporting, Instrumente

Case Studies

Pilotprojekt Aluminium und Blei

Beispiel einer Basisberatung für einen global tätigen Automobilhersteller mit dem Ziel, das Preisrisiko für ausgewählte Rohstoffbereiche in den Griff zu bekommen

Mandat Energiemanagement

Analyse des globalen Energiebedarfs – Erstbefüllungen, Prüfstände, Werksbedarfe – und regional abgestimmte Fixierung der Budgetpreise

Basketlösung Reifeneinkauf

Suche nach geeigneten Instrumenten und Märkten zur Abbildung des mit dem Reifeneinkauf verbundenen Preisrisikos und Indexentwicklung

Preisentwicklung Seltene Erden

Untersuchung ausgewählter Seltener Erden und Preisprojektion für die Produkt- und Vorausplanung basierend auf makroökonomischen Prämissen