Energieverbraucher

Energiemanagement für die Industrie

Im Unternehmen betrifft Energiemanagement meist eine große Anzahl an Personen, die sich grob in die Bereiche „strategischer Einkauf", „Unternehmensführung" und „operativer Einkauf" untergliedern lassen. Da es im Energiemanagement üblicherweise um die Reduzierung der Gesamtenergiekosten geht, gilt es für jeden dieser Bereiche individuelle Maßnahmen für ein gesamthaftes Zusammenwirken im Sinne dieses Zieles zu setzen.
Aus unserer Erfahrung mit Projekten und Mandaten mit industriellen Partnern wissen wir, dass große, meist ungenützte Synergie- und Einsparungspotenziale vorhanden sind. Dies betrifft vor allem die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Unternehmensbereichen. Sicher ist, dass auch bei vielen Unternehmen versteckte Potenziale und Möglichkeiten zur Kostensenkung im Verborgenen liegen.

Anwendungsfälle im MERIT-Energiemanagement

Im Folgenden sind Projektbeispiele aus der Automobilindustrie zusammengestellt, die den MERIT-Nutzen hervorheben sollen. Für unseren Kunden – einen deutschen Automobilhersteller – stand die Umstellung der Beschaffungsverträge für den Gaseinkauf im Mittelpunkt. In einem weiteren Projekt für einen Global-Player aus der Automobilzulieferindustrie/Elektronik waren Budgetpreise, Budgetplanung, globale Preisabsicherung und Umstellung der Preismodelle die Top-Themen.

Steuerung Energiekomplex

  • Zusammengefasste Risikobetrachtung
  • Fossile Brennstoffe werden länderübergreifend in einem Risikoprofil erfasst
  • Zusammengefasstes Risiko stets kleiner als Summe der Einzelrisiken
  • Neue Absicherungsbasis
Management fossiler Energieaufwand

Vor der Implementierung des neuen Ansatzes im Bereich Energieeinkauf wurden die einzelnen Energieträger regional von Facheinkäufern gemanagt. Zwar existierte eine zentrale Erfassung der Einkaufsvolumina und Eindeckungszeitpunkte, Absicherungshorizonte oder gegenseitige Marktabhängigkeiten wurden jedoch nicht gemeinsam gesteuert. Seitens MERIT wurde zunächst ein einheitliches Positionsbuch zur zeitnahen Exposure-Erfassung implementiert und nach zähem Ringen mit den Länderverantwortlichen eine zentrale Energiemarktsteuerung eingeführt. Nachdem nun auch Marktabhängigkeiten untereinander ausgenutzt werden konnten, konnte der Absicherungsbedarf deutlich verringert werden. Zusätzlich bewirkte systematisches Market-Timing seit Beginn einen risikolosen Vorteil von 1-5% gegenüber der Benchmark.

Ergebnis und Nutzen
  • Deutlich geringere Absicherungskosten durch erweiterte Risikosicht
  • Management aller Energiemärkte gleichzeitig bringt Synergien
  • Absicherungsbasis um EUR 17 Mio. verringert
  • Durch zusätzliches dynamisches und multiples Marktmanagement EUR 10 Mio. im ersten Jahr eingespart (Einkaufsvolumen EUR 275 Mio.)

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Market Selection

  • Optimierung Verhältnis Öl-/Spot-Gaspreis
  • Flexibilisierung Verträge
  • Taktische Steuerung der Eindeckung
  • Nutzung von Spread- und Terminpreisvorteilen
  • Einsparungen von zeitweise bis zu 50% gegenüber Vorjahrespreisen
Erweiterte Zielmarktauswahl

Nach der Marktliberalisierung am deutschen Gasmarkt kam es in den letzten Jahren zu einem Aufbrechen der herkömmlichen ölbasierten Preismodelle für Gasanlieferungen. MERIT wurde deshalb von einem seiner Kunden dazu eingeladen, ein Beschaffungskonzept für den Gaseinkauf seiner deutschen und österreichischen Werke zu erarbeiten. Daraus wurde schließlich eine aktiv gesteuerte, adaptive Risikostrategie, die auf Ebene des strategischen Einkaufs angesiedelt ist. Seit der Einführung der neuen Einkaufsstrategie konnte fortlaufend zu besseren Konditionen als in der definierten Benchmark eingedeckt werden. Dieses Ergebnis konnte durch eine zentrale Steuerung der Gasbeschaffung und die Flexibilisierung der Einkaufsverträge durch geschicktes Market-Timing, Nutzung von Spread-Entwicklung und von Terminpreisstrukturen erzielt werden.

Ergebnis & Nutzen
  • Zweistelliger Millionenbetrag eingespart durch Umstellung Ölpreisbindung/Spot (einmalig)
  • Flexible Verträge – Verhältnis Ölpreisbindung/Spot quartalsweise beliebig anpassbar
  • Dadurch Spread-Trading möglich
  • Einsparungen gegenüber Standard-Einkauf in Höhe von EUR 6 Mio. respektive EUR 10 Mio.

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Messung Rohstoffsensitivität

  • Wie stark beeinflusst der Energieeinkauf das Unternehmensergebnis?
  • Wie groß sind die Auswirkungen bei Preis- und Mengenabweichungen?
  • Rückwärts- und Vorwärtsbetrachtung
  • Unterstützung der strategischen Unternehmenssteuerung
Sensitivitätsanalyse Gasbereich

Wie sehr beeinflussen einzelne Rohstoffe das Gesamtunternehmensergebnis? Wie können künftig Ereignisse, wie sie in den Jahren 2008/2009 stattfanden verhindert werden? Diese Frage stellte sich der für den Einkauf zuständige Vorstand im Jahr 2010 und engagierte MERIT. Zielsetzung war die Neuausrichtung des Rohstoffeinkaufs. MERIT wurde beauftragt, für ausgesuchte Rohstoffe eine Sensitivitätsmessung (historisch/Vorschau) und ein Risikoprofil zusammenzustellen und Empfehlungen für eine zukünftige Strategie abzugeben. Neben dem Preisrisiko stellte sich auch das Mengenrisiko als nicht unerhebliche Einflussgröße heraus. Eine Umstellung der Einkaufsverträge im Rahmen eines Contracting-Mandats war die Folge und diente als Basis, um eine zentrale, integrierte Risikosteuerung des Rohstoff- und Finanzbereichs im Kontext mit Budgetplanung und Gesamtkonzernbetrieb zu implementieren.

Ergebnis & Nutzen
  • Preisänderungen haben auf das Ergebnis einen weitaus höheren Einfluss als absatz- und saisonal bedingte Mengenabweichungen
  • Kombiniert besteht ein Verlustrisiko allein aus dem Gasbereich i.H.v. EUR 35 Mio.
  • MERIT kombiniert Energie- und Mengensteuerung (kombinierte Termin- und Optionsstrategie)

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Budgetplanung

  • Festsetzung der Budgetpreise für aktuelles Jahr und für Baureihenplanung
  • Preisbandbreiten und Risikoeinschätzung
  • Maßnahmen zur Preisgarantie für Projekt- und Werksverantwortliche
  • Budgetrunden Geschäftsführung/Leitung verschiedener Einkaufsbereiche
Budgetpreise und Bandbreiten

Die Budgetierung von Kosten und die damit verbundene Festlegung von Budgetpreisen für den Rohstoffeinkauf (bzw. den Rohstoffanteilen im Einkauf) stellt die Unternehmensführung und Planungsabteilungen jedes Jahr erneut vor große Herausforderungen. So auch im hier beschriebenen Anwendungsfall. In der Vergangenheit wurden regelmäßig Budgetziele aufgrund falscher Einschätzungen bzw. einer nur rudimentären Einschätzungsmethodik verfehlt. MERIT wurde damit beauftragt, nicht nur eine Analyse der Fehlerquellen durchzuführen, sondern die gesamte Budgetierungsproblematik auf neue Fundamente zu stellen. Ergebnis ist ein Budgetpreis für Kurz-, Mittel-  und Langfrist, der zu einem beliebigen Grad und basierend auf Managemententscheidungen teilweise, ganz oder in Form einer Bandbreite eingefroren werden kann. Das Instrumentarium und die Abwicklung hierzu erfolgt über den Rohstoffhandel der MERIT-Gruppe.

Ergebnis und Nutzen
  • Durchgängige Preise konzernweit
  • Fixpreise oder Preisbandbreiten auch schon in der Kalkulation und Vorausplanung
  • Budgetpreise voll integriert in übergreifendes (Energie-)risikomanagement
  • Erhebliche Kostenvorteile durch Ausschaltung der Spekulationskomponente

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Preismodelle

  • Variante A: Umstellung Eindeckungsmodell (vorliegender Anwendungsfall)
  • Variante B: Alternative Bepreisungsmodelle (fix auf variabel, Markt A auf Markt B etc.)
  • Variante C: Cashflow-orientierte Modelle (MERIT als Proxy zur Darstellung)
Umstellung saisonales Eindeckungsmodell

Insbesondere auf den Energiemärkten, aber ebenso bei Bunt- und Edelmetallen sind über die Jahre gesehen sowohl saisonbezogene als auch tagesabhängige Preisschwankungen mit einer gewissen Systematik zu erkennen. Dieses KnowHow nutzte MERIT bei der Optimierung des Energieeinkaufs eines Automobilzulieferers. So konnte der Aufwand für den Gaseinkauf um einen fast zweistelligen Prozentsatz gegenüber der üblichen Bepreisung des vorgelagerten Versorgungsunternehmens verbessert werden. Hierzu wurde zunächst die saisonale Schwankung genutzt und mit dem tatsächlichen Energiebedarf geswapt. In einem zweiten Schritt erfolgte die Optimierung der Eindeckungszeitpunkte an den Handelstagen des zugrundeliegenden Marktes. Beides ging einher mit einer Umstellung des Preismodells beim Lieferanten und der Darstellung des physischen Einkaufs mit der optimierten Variante über MERIT als Liefer-Proxy.

Ergebnis und Nutzen
  • Beschaffung Gas um fast EUR 3,5 Mio. günstiger
  • Kombination des Kundenbedarfs mit optimaler Preiseindeckung mündet in neues Preismodell
  • Flexibilisierung der Preisfixierungen beim Vorlieferanten schafft Raum für zukünftige Anforderungen

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Abrechnung Lieferanten

  • Historische Rückrechnung und Kontrolle von Energielieferverträgen
  • Analyse aktueller Vertragsvereinbarungen
  • Hinterfragung von Fixpreisangeboten
  • Messung des  Verrechnungspreises bei Preisfixierungen
Untersuchung historischer Preisfixierung

Im Zuge eines Contracting-Projekts wurde MERIT unter anderem damit beauftragt, die Bepreisung von Fixpreisvereinbarungen bzw. Speicherbandfixierungen einer näheren Überprüfung zu unterziehen. Die Analyse ergab, dass auf allen untersuchten Märkten (Kohle, Benzin, Diesel, Gas) stets im unteren und daher für den Kunden nachteiligen Drittel der Preisspannweite fixiert wurde. Nach einer Überprüfung der Vorjahre kam zum Vorschein, dass in den zurückliegenden Verträgen zusätzlich auch noch Fixierungsnebenkosten, die gar nichts mit dem Grundgeschäft zu tun hatten, hinzugerechnet wurden. Im Zuge der Konfrontation des Energielieferanten (überregionaler Energiekonzern) konnte man sich darauf einigen, eine Ausgleichszahlung in Form eines Rabatts bei Neuabschlüssen zu gewähren. In den folgenden Verträgen wurden transparentere Berechnungsklauseln mit einer Benchmark-Komponente vereinbart.

Ergebnis und Nutzen
  • Rückwirkend aufgedeckte Preisdiskrepanzen über die letzten 8 Jahre in Höhe von EUR 2,8 Mio. wurden in einen Vergleich in Form eines Rabatts für zukünftige Lieferungen i.H.v. EUR 1,5 Mio. umgewandelt
  • Zukünftige Preisfixierungen sind transparenter, nachvollziehbar und somit mittel- bis langfristig erheblich günstiger

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