Rohmaterialindizes

Preisindexierung für den physischen Rohstoffbereich

Viele Industriebetriebe fordern von Teilezulieferern oder Rohmaterialbeistellern die Einführung eines sogenannten RMI (Rohmaterialindex), um das Risiko, das durch die Schwankungen auf den unterschiedlichen Rohstoffmärkten besteht, aus der Preisdiskussion herausnehmen zu können und dieses gegebenenfalls auch flexibel abzusichern. MERIT bietet gemeinsam mit dem führenden Indexanbieter FTSE (Londoner Börse) bereits eine breite Indexfamilie für den physischen Rohstoffbereich an. Darüber hinaus werden individuell auf Produktspezifikationen, Legierungen oder Teilezusammensetzungen abgestimmte Indexlösungen zur transparenten Preisfindung angeboten. Indexlösungen können öffentlich, bilateral oder geschlossen sein.

Anforderungen

Bei der Entwicklung eines Rohmaterialindexes sind folgende Rahmenbedingungen einzuhalten:

  • Index orientiert sich an den Kosten des Einkaufs und stellt aufgrund seiner Transparenz und basierend auf öffentlich zugänglichen Preisen den Kunden oder Lieferanten nicht schlechter dar
  • Index-Komponenten müssen hedgetauglich sein, damit Absicherungen wahlweise von beiden Vertragspartnern vorgenommen werden können
  • Ermöglichung einer geschlossenen oder öffentlichen Darstellung dieses Indexes innerhalb der einer offiziellen Indexfamilie
  • Aufsetzend auf der Preisindexbildung soll ein Risikomanagement der Preisrisiken ermöglicht werden

Ziele

  • Trennung der Wertschöpfungs- und Rohstoffkomponente
  • Vorschlag eines neutralen, transparenten Preisindexes für die Darstellung der Rohstoffseite
  • Ein von beiden Seiten akzeptiertes Bepreisungsverfahren für Rohstoffe ist zu finden
  • Gestaltung des Baskets unter Berücksichtigung  interner Vorgaben und Einschränkungen bzgl. Margen- und Verrechnungsvorgaben der internen Organisation bzw. des Produktionsprozesses
  • Zusammenstellung eines Overlaybaskets zur Absicherung des Indexes wahlweise lieferanten-, kunden- oder unternehmensseitig

Nutzen

  • Kostensenkung durch Preistransparenz (Trennung Wertschöpfung/Rohstoffe)
  • Erhebliche Ergebnisverbesserung durch geringere Risikokosten und nachhaltige Ergebnisse
  • Deutlich verbesserte Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten und Kunden
  • Vorsprung durch das Anbieten innovativer, alternativer Pricing-Modellen (Indexierung, etc.)
  • In erweiterter Ausbaustufe wird das Rohstoffrisiko komplett auf Lieferanten oder Kunden abgewälzt
  • Lieferant oder Kunde hat Wahlmöglichkeit, selbständig über transparentes Börseprodukt abzusichern  
  • Stärkung bei interner Abrechnung und Transparenz in der Profit-Center Rechnung

Die Schritte zum Rohmaterialindex

Indizierung1

Anwendungsbeispiel: Autokostenindex

  • Individueller Rohstoffkostenindex powered by FTSE and MERIT
  • Ableitung von Lieferanten-Subindizes
  • Gegenüberstellung Rohstoffkostenindex/Fahrzeugpreisindex/Aktienkurs
  • Entwicklung innovativer Global-Hedgingansätze

Entwicklung und Indexfamilie

  • AUTO-Autorohstoffkostenindex (ARX)
  • AUTO-Fahrzeugkostenindex (AFX)
  • AUTO-Modellpreisindex (AMX)
  • AUTO-Subindizes für Lieferanten (Beispiel Reifenindustrie)

Anwendung

  • Indexdurchreichung an Zulieferbetrieb
  • Messung Preiselastizitäten Bereiche/Global Rohstoffkosten vs. Gesamtkosten vs. Betriebsergebnis
  • Anwendung als Absicherung UND Investmentprodukt
  • Kontrolliertes und transparentes Berechnungsmodell

Powered by FTSE, implemented by MERIT

  • Wahlweise offene/geschlossene Distribution über offizielle Indexanbieter
  • FTSE als weltweit zweitgrößter und anerkannter Indexanbieter
  • Berechnung, Bewertung und Implementierung durch MERIT
  • Absicherungsinstrumente basierend auf diesen Indizes

Indizierung2

Vorgehensweise

  • Auflegen einer Indexserie für einen Automobilbauer
  • Einführung von Subindizes für alle wichtigen Autoteile
  • Sukzessive Einführung von Indexklauseln in Verträge von Komponenten- und Teilelieferanten
  • Implementierung standardisierter Absicherungs-baskets für Subindizes und Umsetzung von Absicherungsmaßnahmen
  • Angebot an Lieferanten, Sicherungskosten zu übernehmen oder in Vertragsgestaltung mit aufzunehmen

Nutzen für den Autohersteller

  • Transparenz über die gesamte Risikoposition einer Modellreihe
  • Punktuelle Bestimmung des Hedgegrads für Teile und Gesamt
  • Skalierung beliebig möglich
  • Als (geschlossener) Standardindex Anerkennung durch Lieferanten

Anwendungsbeispiel: Erweiterte Unternehmenskennzahlenprüfung

Indizierung3

Vorgehensweise

  • Gegenüberstellung KFZ-Autokostenindex, KFZ-Modellpreisindex und Aktienkurs bzw. Unternehmenskennzahl
  • Individuelle Auswahl der abzusichernden Märkte und Produkte
  • Abstimmung der Kosten/Nutzen in der Absicherungsstrategie
  • Hedging der Gesamtindexposition des Automobilherstellers

Nutzen für den Autohersteller

  • Gesamthafte Betrachtung Autokosten, Auto-Endproduktpreis und Unternehmenskennzahlen
  • Strategische Steuerung und Verknüpfung dieser Komponenten
  • Reduzierung der Gesamtabsicherungskosten durch Auswahl kostenschonender RM-Werkzeuge und Netting von Kreuzrisiken